NATO-Manöver: Schmeißt Eure Kippen in den Busch!

Zeigt es der Welt! Wenn Ihr morgens aufsteht, gleich zum Frühstück, bitte ein Stück blutiges Fleisch und eine Tasse Benzin. Danach, wenn Ihr aus dem Haus geht, steckt Euch die erste von zahlreichen Zigaretten an und schnippt die brennenden Stumpen in hohem Bogen auf die Straße. Setzt Euch ins Auto, fahrt zur Arbeit, auch wenn es nah von zuhause ist. Egal wo, lasst die Motoren laufen und die Lampen brennen, heizt, sobald es Euch fröstelt und schaltet die Klimaanlagen an, sobald der erste Vogel zwitschert, kauft Dosenbier in Plastiktüten und werft Euren Müll irgendwo hin, esst Fleisch bis die Schwarte kracht, vor allem aus Argentinien und den USA. Wenn schon Obst und Gemüse, dann bitte aus Neuseeland und Australien oder Peru. Gönnt Euch Kreuzfahrten, denn das Leben ist kurz, fliegt zum New York Marathon und geht danach noch eine Runde shoppen, geht in Singapur in das Hotel mit dem tollen Pool auf dem Dach. Fliegt, was die Düsen hergeben! Glaubt an nichts von dem, was Ihr in den letzten Jahren gehört habt. Lasst es krachen, Life is Life!

Warum dieser Appell? Weil er durch und durch vernünftig ist und eine konsequente Reaktion auf das, was die NATO für das Jahr 2020 unter dem Namen „Defender“ plant. Unter dem Namen Verteidiger versteht diese Organisation, dass sie mit insgesamt 37 000 Soldaten direkt an der russischen Grenze manövrieren wird. „Aggressor“ würde zwar besser passen, aber das ist sekundär. Die Politik der Spaltung Europas und der Aufstellung gegen Russland seitens der NATO ist bekannt, ihre Rolle als strategisches Instrument der USA ist nicht anzuzweifeln. 

Was empören muss, ist die Gleichzeitigkeit einer hitzig geführten Klimadebatte und einem von den selben Stellen geplanten klimatologischen Supergau durch simulierte kriegerische Handlungen. Unmengen schweren Treibstoffs, ballistische Detonationen, jede Menge Schrott und Schweröl, Emissionen sondergleichen – unter umweltpolitischen Aspekten und vor allem im Hinblick auf die Diskussionen, die gegenwärtig in Bezug auf das Verhalten der einzelnen Bürgerinnen und Bürger geführt werden, ist das NATO-Manöver ein Schlag ins Gesicht. Selbst wenn alle Bundesbürgerinnen und Bundesbürger sich verhielten wie in dem eingangs beschriebenen Szenario, richteten sie weniger Schäden an als die NATO in ihrem geplanten Manöver.

Die bereits prophezeite Sollbruchstelle für die junge ökologische Bewegung hat ihre Markierung gefunden. Es ist dieses Manöver unter dem irrigen, provokativen und propagandistischen Namen „Defender“, das in Zusammenhang mit dem Anliegen der ökologischen Bewegung gebracht werden muss. Wenn diese Verbindung nicht hergestellt wird, dann hat die gesamte Bewegung auf einen Schlag nicht nur ihre Glaubwürdigkeit, sondern auch ihre Wucht verloren. Wer will sich schon wegen einer Plastiktüte maßregeln lassen, wenn im Hintergrund die Panzerkolonnen grollen?

Es ist die Chance, die uns alle vereint. Mit dem Zusammenhang von Militarismus und Ökologie kann ein politisches Bündnis entstehen, das die Doppelmoral des gierigen Wirtschaftsliberalismus mit seiner Wachstumsideologie und seinem auch Kriege in Kauf nehmenden Ressourcenhunger aufgreifen und entlarven kann. Das gesellschaftlich Neue, das entstehen muss, kann sich nicht mit den expansionistischen Militärbündnissen dieses Wirtschaftssystems arrangieren. Die Erkenntnis, die sich jetzt aufdrängt, ist eine Clausewitz´Ausführungen „Vom Kriege“ analoge Maxime: 

Der Krieg ist die Umweltzerstörung aus egoistischen Wirtschaftsmotiven mit anderen Mitteln! 

Greift die Erkenntnis über diesen Zusammenhang nicht, ist die neue Bewegung so tot wie gegenwärtig die Seevögel vor Brasiliens Küste.  

3 Gedanken zu „NATO-Manöver: Schmeißt Eure Kippen in den Busch!

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  2. monologe

    Denen glaubt man doch gar nichts mehr. Und tatsächlich, was geschieht, wohin man schaut, was sich ereignet: ist es nicht unglaublich? Bizarr?

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