Finger am Abzug

Im Kreis der Utopisten

Machen sich Dystopien breit,

In den Läden, die geöffnet haben, 

Werden Sonderschichten geschoben,

Die Hotels, blank geputzt und komfortabel,

Wirken wie leere Museen aus einer anderen Zeit,

In vollgestopften Wohnungen,

Changieren Hysterie und Apathie,

Die neuen Branchen,

Florieren, als gäbe es kein Morgen mehr,

Die Schlachtschiffe der Wirtschaft

Dümpeln ihrem Ende entgegen,

Gipfel, egal zu welchem Thema,

Haben Hochkonjunktur,

Wirte sitzen in ihren menschenleeren Etablissements

Und denken über ein sauberes Ende nach,

Die Gewalt hat Einkehr gefunden,

Hinter verschlossenen Türen,

Junge Menschen stehen vor dem Ausbruch,

Alte üben sich in Disziplin,

Zwietracht und Misstrauen finden ungeahnten Zuspruch,

Nationen konkurrieren 

Und haben die Kooperation aus den Augen verloren,

Der Hass übermannt in allen Bereichen

Mehr und mehr die Furcht,

In der Kultur herrscht Totenstille,

Die Selbstmordrate steigt,

Da, wo gefeiert wird, 

Erscheint die Polizei,

Die Apparate haben neue Macht,

Der Widerspruch mutiert zur Scharlatanerie,

Wer nicht mehr weiter weiß,

Dem wird gesagt, er sei zu dumm, 

Wer Wege zeigen will, der ist ein Rattenfänger,

Die einen glauben, als letztem Halm,

Die anderen zweifeln, und bleiben stumm,

Feindbilder gelten als zuverlässig,

Freunde als unsicher,

Werte werden reklamiert,

Doch nicht gelebt,

Institutionen werden verwechselt,

Mit profanen Karrieren,

Die Mündung ist offen,

Weist in eine neue Zeit,

Oder in ein jähes Ende,

Die Finger sind am Abzug,

Überall.

5 Gedanken zu „Finger am Abzug

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  2. Achim Spengler

    Immerhin werden jetzt Wetten abgeschlossen gegen Hedgefonds. Verdient und verloren wird wie immer. Wer von Hausarrest redet, darf sich gerne draußen weiter versuchen. Strukturelle Gewalt war vorher, ist jetzt, wird sein. Danach wird der Konsumwahn erbitterter als je zuvor weitergehen. Grundrechte sind nicht ausgehebelt, lediglich im Sinne eines gesunden Ganzen aufgeschoben. Zum gesunden Ganzen gehört nicht nur die gewaltlose Hygiene in den eigenen vier Wänden, die sich im Übrigen nicht um Ausnahmesituationen schert. Sie wird nur deutlicher, wo sie ansonsten eher verborgen wütet. Was hier beschrieben wird ist keine Blaupause von etwas Neuem, nie erlebten. Es ist vermutlich etwas, was wir jetzt zum ersten Mal in einer Petrischale, in Zeitlupe bezeugen können. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der Spuk wird vorübergehen. Dann alle Schleusen offen und die Erinnerung wird so vernebelt sein wie immer. Bleiben Sie gesund!

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