Wer nicht lernen will, muss weg!

Was anstellen mit Personal, das bestimmte Entscheidungen trifft, die sich als falsch erweisen und zu gravierenden Folgen führen? Die Entscheidung darüber, ob man sich von Menschen trennt, die solche Fehler begangen haben, hängt in der Regel davon ab, ob man davon ausgehen kann, dass sie aus Fehlern lernen und dass sie sich gegenüber der sozialen Organisation, für die sie agieren, als loyal erweisen. Ist beides nicht gegeben, d.h. wird aus Fehlern nicht gelernt und ist ihnen im Grunde genommen egal, was aus der Organisation wird, dann muss gehandelt werden und man muss sich schnell von ihnen trennen.

Denn der Weg eines weiteren Verbleibs ist in dramatischen Linien vorgezeichnet. Das Spektakel, das sich aus Sicht derer, die nicht lernfähig sind und deren Loyalität gegenüber ihren Auftraggebern nicht gegeben ist, ergeben wird, möchten sich viele nicht einmal ausdenken. Die Muster sind bekannt: Eigene Fehler werden nicht gesehen. Die eigenen Entscheidungen, die zu großem Schaden geführt haben, werden nach wie vor als richtig bezeichnet. Der einzige Grund für das Scheitern wird in der Unzulänglichkeit anderer gesucht. Nicht selten, das sei erwähnt und ist hinreichend bekannt, bei den Geschädigten selbst. Organisationen, und damit sind kleine soziale Einheiten, Clubs, Vereine, Kommunen wie Staaten gemeint, die nicht in der Lage sind, sich von Fehlleistern mit aller Konsequenz zu trennen, landen in der Zerrüttung, in der Insolvenz oder im Ruin. 

Wer nicht das intellektuelle Format besitzt, zu prognostizieren, dass, wenn man einer Großmacht, selbst wenn sie gewaltig schwächelt, nicht dreißig Jahre lang ohne Konsequenzen mit der Kanone vor der Nase herumfuchtelt kann, ist fehl am Platz. Und wer es gewusst hat, aber sich nicht getraut hat, den Mächtigsten im eigenen Verbund zu sagen, dass er bei einem solchen Unterfangen nicht dabei ist, hat nicht die Haltung, die für die Wahrnehmung solcher Mandate notwendig ist. Beides ist derzeit festzustellen und beides reicht für eine Trennung aus.

Und wer als Reaktion auf die zu erwartende Aktion dieser Großmacht versucht, das, was militärisch nicht lösbar ist, mit Sanktionen zu bewerkstelligen, die allerdings die Grundlagen der eigenen Existenz gefährden, der stellt in einer derartigen Situation zum zweiten Mal unter Beweis, dass er deplatziert ist.

Kommt dann noch die Reaktion dazu, dass für die Konsequenzen der eigenen Handlungen alle möglich Anderen ausgedeutet werden, ist es an der Zeit, so schnell wie möglich die Reißleine zu ziehen. Eine andere Möglichkeit existiert nicht. Das, was momentan zu beobachten ist, ist die chronische Überforderung des Personals in den beschriebenen Funktionen. Wer jetzt noch glaubt, dass es in dieser Konstellation eine Entwicklung zum Positiven geben kann, macht sich relativ schnell dessen schuldig, was man im Wirtschaftsrecht die Insolvenzverschleppung nennt. 

Die EU-Osterweiterung als Junktim zu der der NATO, die Gefolgschaft des bellizistischen Kurses seitens der USA gegenüber Russland, eine Sanktionspolitik, die Deutschland und die EU systemisch schwächt, die internationale Isolation des sich täglich feiernden Werte-Westens, auch in Ländern, die nicht in der Nähe der neuen Großmacht China zu suchen oder im verbliebenen Kordons Russlands angesiedelt sind, muss jedem analytisch denkenden Menschen zeigen, auf welchen Kurs uns diese Politik eines unter einer narzisstischer Störung leidenden Provinzialismus geführt hat. 

Wer nicht lernen will, muss fühlen, heißt es in einer klugen Weise. Es ist an der Zeit! 

3 Gedanken zu „Wer nicht lernen will, muss weg!

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  2. Wilhelm

    „… wird aus Fehlern nicht gelernt und ist ihnen im Grunde genommen egal, was aus der Organisation wird, dann muss gehandelt werden und man muss sich schnell von ihnen trennen.“ Und wenn man sich nicht trennt, weil man sich ja im Grunde auch von sich selbst und seiner eigenen Unfähigkeit trennen müsste, was dann?

    „Wer nicht lernen will, muss fühlen, heißt es in einer klugen Weise. Es ist an der Zeit!“ Wenn ein Einzelner nicht lernen will, kriegt er die Folgen unmittelbar selbst zu spüren. Wenn eine Regierung nicht lernen will, hat sie für alle Fälle einen Notfallplan in der Tasche und weiß, wie sie sich nach dem Zusammenbrauch retten kann. Dann sind es nur noch die Regierten, deren Hauptschuld nicht nur ihr Mitläufertum ist, sondern auch ihr Duckmäusertun hinsichtlich der Verpflichtung durch das Grundgesetz, das ihnen in GG 20, 4 zur Pflicht gemacht hat, ggf. aktiv Widerstand zu leisten. Dieser Fall ist längst eingetreten. Aber die Deutschen und ein Staatsstreich? Na ja, dann bleibt nur zu sagen: Jedes Volk verdient die Regierung, die es hat.

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