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Die Atlantik-Brücke und die Full Spectrum Dominance — Neue Debatte

Es geht um Interessen. Das war immer so und das wird so bleiben. Und die Interessen, für die Organisationen wie die Atlantik-Brücke eintreten, sind auf die einer bestimmten Fraktion in den USA zugeschnitten und nicht nur gegen Russland, sondern auch gegen Europa gerichtet. Der Beitrag Die Atlantik-Brücke und die Full Spectrum Dominance erschien zuerst auf Neue…

Die Atlantik-Brücke und die Full Spectrum Dominance — Neue Debatte

Die Schlafwandler sind wieder da!

Allen, die sich morgens wie abends die Augen reiben angesichts der permanenten Eskalation mit dem Brennpunkt Ukraine, sei empfohlen, sich das Buch „Die Schafwandler“ des Historikers Christopher Clark durchzulesen. Dort wird eindrücklich dargelegt, wie eine teils irrationale, teils emotionale und eine teils bewusste Befeuerung von Feindbildern in das Debakel des I. Weltkrieges führten. Das Problematische bei der Lektüre ist das ständig präsente Gefühl, dass das als historische Studie angelegte Buch auch als Regieanweisung für die aktuelle Entwicklung begriffen werden kann. Um es kurz zu machen: die Schlafwandler sind wieder unterwegs. Und ein Krieg ist eine realistische Perspektive.

Abgesehen von der unsäglichen, nahezu kollektiven Entgleisung der westlichen Berichterstattung, die nichts anderes zu tun hat, um mit gezielter Desinformation und Bezugnahme auf die windigsten Quellen bemüht ist, das Verhältnis von Ursache und Wirkung auf den Kopf zu stellen und sorgfältig designte Feindbilder zu etablieren, hat die Politik eine Verwahrlosung durchlebt, die vor einigen Jahren noch vielen Menschen als unvorstellbar erschien. Wenn sich Regierungen auf Informationen ihrer Geheimdienste beziehen, die schon bei der Lektüre als Ausgeburten verzweifelter Begründungssuche entlarvt werden, dann lässt man am besten alle Hoffnung fahren. Wie die jüngst von der britischen Dunkelkammer lancierte Geschichte, Russland, oder besser gesagt, der lebende Satan Putin, plane den Einsatz einer Marionettenregierung in der Ukraine. Der dort identifizierte Kandidat, selbst aus Russland verbannt, konnte reklamieren, was er wollte, der kalte Klatsch wurde weiter propagiert.

Wohin man schaut, alles erscheint irreal. Der deutsche Marine-Admiral, der auf einem Workshop in Indien Realitäten aussprach und dabei heimlich mit einem Smartphone, von wem auch immer, gefilmt wurde, musste seinen Hut nehmen, weil Deeskalation bereits zu den Vergehen zählt, die die Politik nicht verzeiht. Dann berief die Ukraine den deutschen Botschafter ein, um ihm ob dieser Äußerungen die Leviten zu lesen. Da wäre, unter normalen Verhältnissen, die Zeit gewesen, dass ein deutscher Bundeskanzler der Marionette in einem Oligarchenstaat, der mit Demokratie nicht zu tun hat, deutlich macht, worin die Grundsätze deutscher Außenpolitik bestehen. Stattdessen glaubt man mit der Abberufung des Admirals seine Schuldigkeit getan zu haben.

Das, was sich als EU bezeichnet, zeigt in diesem Szenario sein wahres Gesicht. Es geht in keiner Weise um eine europäische Friedensarchitektur. Es geht um einen geostrategischen Vorposten us-amerikanischer Interessen und um die Ausblendung Russlands als Bestandteil des europäischen Kontinents, es sei denn, es ist befriedet und liegt am Boden. Dass dabei die Rechnung ohne den Wirt gemacht wird, scheint die geschichtsvergessenen Schlafwandler nicht zu interessieren. Besonders Deutschland und Frankreich sollten aus der Geschichte der Konfrontation mit Russland gelernt haben. Aus Frankreich sind Töne zu hören, dass dort die Botschaft angekommen ist. In Deutschland zittert man vor den Vorwürfen schlimmer Schergen, man wirke wie ein Nazi, wenn keine Lieferung von Waffen in die Ukraine befürwortet werden. Anscheinend hat die Droge der woken Ideologie die Hirne derartig vernebelt, dass so etwas wie Selbstachtung, zu der auch das Eintreten für die eigenen Interessen gehört, auf der Strecke geblieben ist. 

Eines sollte nicht aus dem Blick geraten: Taktieren und Abwarten in einer heißen Phase der Eskalation wird untergehen in den Detonationen, die manche gar nicht mehr abwarten können. Es ist die Stunde eines donnernden Auftritts für den Frieden. Aber wem sollte das noch gelingen?  

Rezension: Die Scheinheilige Supermacht — Neue Debatte

Michael Lüders hat mit seinem neuen Buch mit dem Titel „Die scheinheilige Supermacht. Warum wir aus dem Schatten der USA heraustreten müssen“ den Gedanken unterschiedlicher Interessenlagen wieder aufgegriffen. Der Beitrag Rezension: Die Scheinheilige Supermacht erschien zuerst auf Neue Debatte.

Rezension: Die Scheinheilige Supermacht — Neue Debatte