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Krieg? Kein Problem!

Sie wollen Krieg? Kein Problem. Die Vorbereitungen laufen und vieles ist bereits eingestielt. Inwieweit es sich mit den Interessen der in Deutschland lebenden Menschen deckt, ist fraglich. Das spielt jedoch bei der Außenpolitik des Landes keine Rolle. Die Regierung steht stramm hinter den Manövern, Plänen und Schachzügen der USA, auch wenn sie so gerne in der Öffentlichkeit gegen den US-Präsidenten Trump polemisiert. Seien Sie unbesorgt, das ist Makulatur. Überall, wo der Säbel rasselt, tanzt der kleine deutsche Bär mit ums Feuer.

Nehmen wir die Ukraine. Da waren es US-Milliarden, die halfen, eine zwar nicht wünschenswerte, aber immerhin gewählte Regierung aus dem Amt zu treiben, um die Weichen zu stellen für eine NATO-Mitgliedschaft und eben deren Raketen auf der Krim. Dass Russland sich dieses sich nicht würde bieten lassen, wussten selbst politische Analphabeten. Also handelte es sich um eine gezielte Provokation, um die Verhältnisse zu eskalieren.

In Syrien folgte man dem Beschützer von einst bei jedem Positionswechsel. Mal war Assad der Verbündete, mal der Schurke. Auf jeden Fall wurden serienmäßig die Kräfte unterstützt, die zur Destabilisierung des Systems beitrugen. Regime Change war das Lösungswort. Krieg, Tod und Flucht das Ergebnis.

In Venezuela putschte ein in den USA gecasteter „Hoffnungsträger“, die USA kündigten mögliche militärische Schritte gegen die legitime Regierung an. Wer war dabei? Richtig! Der deutsche Außenminister brillierte mit dem Satz, der selbst ernannte präsident sei ein Mann des Parlamentes und Deutschland stünde immer auf Seiten des Parlamentes. Zumindest bei dummdreisten Formulierungen befindet man sich mit dem Imperium auf Augenhöhe.

Ob Seidenstraße, ob Afrikapolitik, ob maritime Seidenstraße oder Hongkong: Alles, was die Volksrepublik China treibt, wird seitens der Bundesrepublik in sehr kritischem Licht gesehen. Neben dem Weben eines negativen Meinungsbildes beteiligt sie sich jedoch auch an allen möglichen militärischen Allianzen und Manövern, um China maritim zu umstellen. Das wird nicht kommuniziert, passt aber – wiederum – voll in die Pläne der USA, die sich auf einen Showdown um die Weltherrschaft vorbereiten. Mit von der Partie: die kleine BRD mit ihrer familienfreundlichen Operettenarmee.

Waffenexporte sind auch Kriegsbeteiligung. Dass Despotien wie Saudi Arabien gerne bedient werden, zeigt, dass auch die Mentalität ähnlich kontaminiert ist wie bei den Geschäftsführern des großen Imperiums. Für Geld, so heißt es, tun wir alles. Noch schlimmer ist der Rekurs auf die Arbeitsplätze. Hinzu kommt, wieder einmal, der jüngste Betrug an selbst bestehenden Regelungen. Kriegsparteien im Jemen zu beliefern, in dem es um Völkermord geht, gehört zum Geschäftsmodell dieser Regierung. Und der schlohweiße Chefideologe im Schloss Bellevue schweigt. Denn deshalb sitzt er da.

Ach ja, wenn wir schon einmal dabei sind! Mit dem Iran, seinerseits ein trotziges Land ohne Bekenntnis zum freien Westen, steht da noch ein Riese im Nahen Osten, dem der Garaus gemacht werden muss. Fieberhaft wird nach einem Anlass gesucht, der es rechtfertigen würde, den heißen Schlag zu führen. Der erste Versuch, die vermeintliche Attacke auf einen Öltanker und die damit verbundene Beweisführung, lässt darauf schließen, dass die Begründung für kriegerische Akte nicht stichhaltig sein müssen. Hauptsache, man hat irgendetwas in die Welt gesetzt. Die Bundesregierung schweigt noch ein Weilchen, doch dann wird auch sie wieder von der Beweislast überzeugt sein und in den Chor der Menschenschlächter einfallen. Alles, natürlich, wie immer, unter dem Mantel der Werte. Der einzige Wert, der dort noch Gültigkeit besitzt, ist der des Euros und des Dollars. Alles andere zählt nicht mehr.

Sie wollen Krieg? Kein Problem! Einfach bei der Stange bleiben!

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WM: Bundesverdienstkreuz und Großmanöver

Hans-Joachim Seppelt, seinerseits bekannt geworden als Doping Experte, dem es vor allem gelungen ist, vor allem russischen Sportlern in Zusammenhang mit den olympischen Spielen in Sotschi massenhafte Verstöße gegen das Doping-Verbot nachzuweisen, erhielt gestern von Bundespräsident Steinmeier das Bundesverdienstkreuz. Zeitpunkt wie Anlass sind politisch und beides zeigt, wie heuchlerisch es zugehen kann in diesem Land. Vorausgegangen war der Ehre nämlich ein kleines Scharmützel zwischen Seppelt und den russischen Einreisebehörden. Diese wollten ihm die Einreise anlässlich der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft nach Russland verweigern, wovon sie allerdings nach internationalen Protesten Abstand nahmen. Seppelt hatte unter anderem behauptet, auch im russischen Fußball werde systematisch gedopt. Diese Aussage zumindest erscheint dubios, weil alle deutschen Fußballfunktionäre seit Jahrzehnten zum besten geben, Doping mache in der Sportart Fußball überhaupt keinen Sinn.

Nichtsdestotrotz, es scheint, als sei alles erlaubt, was das Gastgeberland der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft, Russland, in der Lage ist zu diskreditieren. Es sei nur an das Ausbooten des Ex-TV-Fußballexperten Mehmet Scholl erinnert, der sich geweigert hatte, sich im Kontext der WM über die politischen Verhältnisse in Russland auszulassen. Er wolle, so der Satz, der zur Trennung führte, über Fußball reden und sonst nichts. Seppelt ist da anders, und dafür erhielt er nun das Bundesverdienstkreuz. Welches Verdienst im Sinne vorbildlichen Agierens für diese Republik damit honoriert wird, ist also deutlich.

Das kleine Ereignis, das da zu verzeichnen ist, reiht sich ein in die immer deutlicher werdenden Indizien einer ideologischen Kriegsführung. Ginge es um die Sauberkeit des Sportes, dann hätten wir genug im eigenen Land zu tun. Ja, wie war das noch? Die eigene ehemalige Top-Führungsebene des DFB unterliegt momentan einer staatsanwaltschaftlichen Untersuchung wegen schweren Korruptionsverdachts, und zwar in Sachen des Stimmenkaufs zugunsten der Vergabe der Fußballweltmeisterschaft nach Deutschland im Jahr 2006. Millionen Euro sind in diesem Zusammenhang an Stimmberechtigte der FIFA über schwarze Kanäle gewandert. Eigenartig, dass sich der Bundespräsident nicht zu diesem schweren Vergehen bis heute geäußert hat. Stattdessen bewirbt sich Deutschland für die nächst mögliche Austragung der Fußballeuropameisterschaft, so, als sei nie etwas gewesen.

Alle, die momentan so burschikos über die Frage reden, ob Politiker überhaupt nach Russland fahren sollten und was noch alles gemacht werden könnte, um zu verdeutlichen, mit welcher korrupten Despotie wir es dort zu tun haben, müssten, wären sie konsequent, die neuerliche Bewerbung als Austragungsort für ein Turnier dieser Größenordnung in Deutschland sabotieren und, sollte Anklage wegen Korruption erhoben werden, die berechtigte Frage stellen, ob Deutschland an künftigen Turnieren noch teilnehmen kann. Das wird natürlich nicht passieren. Der Propagandakrieg läuft bereits, und bis in die höchsten Stellen scheint sich niemand zumindest selbst zu ekeln.

Dass, by the way, in diesen Tagen unter der Führung der US-Streitkräfte 35.000 NATO-Soldaten auf dem Weg zur russischen Grenze sind, um passend zur WM-Eröffnung mit einem Großmanöver in Polen und im Baltikum dort den Ernstfall zu üben, dokumentiert, wie ernst die Lage wirklich ist. Einen solchen Fall hat es historisch noch nicht gegeben. Sich daran zu beteiligen, zeigt, inwieweit der geschäftsführende Ausschuss dieser Republik sich bereits im Kriegsrausch befindet. Die Werte, auf die sich diese Kreise berufen, spielen in ihrem eigenen Handeln keine Rolle. So etwas nennt man Glaubwürdigkeitsverlust. Und zwar auf der ganzen Linie.

Es geht keinesfalls um Werte

Wenn die Verharmlosung eines weiteren großen Krieges weiterhin so betrieben wird, dann wird die überforderte Öffentlichkeit bald nicht mehr in der Lage sein, richtig von falsch zu unterscheiden. Das wird wahrscheinlich auch das Ziel derer sein, die auf einen heißen Krieg in Europa hinarbeiten. Und die befürchtete Entwicklung , von der hier gesprochen wird, ist keine Hysterie. Historisch sind die Truppen- und Waffenbewegungen im oberen Feld der Wahrscheinlichkeit tatsächlicher Waffengänge. Da kauft Polen mal eben US-Raketen für 3.8 Milliarden Dollar und stellt sie an Russlands Zaun auf und da verkauft Deutschland einer im ungerechtfertigten Krieg befindliche Türkei weiterhin Waffen, ebenso wie an Saudi Arabien, dass militärisch in hohem Maße für das Elend im Jemen verantwortlich zeichnet. Vieles passt nicht zusammen, ideologische Begründung und tatsächliches Handeln liegen weit auseinander. Da ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu behalten.

Das Muster ist immer dasselbe. Kriegsministerien von der Leyen, die scharf alle militärischen Aktivitäten der Bundeswehr rechtfertigt und so nebenbei angekündigt hat, dass die deutsche Militärpräsenz in Afghanistan noch lange dauern könnte, wird nicht müde, den Aggressor Russland zu kritisieren. Der war ja auch mal als Olympiaausrichter boykottiert worden, weil er in Afghanistan einmarschiert war. Aber das liegt lange zurück und wenige erinnern sich an die Empörung. Und was für andere gilt, hat keinen Wert auf sich selbst bezogen. Außerdem sind die Deutschen nur als Ausbilder dort. Für was auch immer, aber in einem Proporz von 1500 Soldaten auf 30 Ausbilder.

Als selbige Ministerin, die als eines der Top-Sicherheitsrisiken im eigenen Land ausgemacht werden muss, in Mali für eine Erweiterung der deutschen Militärpräsenz warb, fuhr der damalige und wieder berufene Minister für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit ihr noch mächtig in die Parade und sprach davon, man solle keine Soldaten, sondern Lehrer, Ärzte und Ingenieure schicken, wenn man das Land stabilisieren wolle. Aber die Vernunft hat in diesem Konsortium allenfalls die Validität von einer Viertelstunde.

Obwohl der westliche, die Mobilmachung gegen Russland intonierende Chor zumeist einstimmig daher kommt, blitzen zuweilen Dissonanzen auf, die zeigen, wie unterschiedlich die Interessen zuweilen doch sind. Die aber auch zeigen, dass die handelnden Akteure nicht mehr um logische Konsistenz bemüht sind. Sie reden daher, was gerade passt, unberührt davon, ob das noch das Prädikat der Glaubwürdigkeit verdient. Auf deutscher Seite haben wir soeben den Fall der Genehmigung der Erdgasleitung Euro Stream II, die Deutschland mit russischem Gas versorgen soll. Das ärgert wiederum die USA und ihre europäischen Chiwawas, die gerne das amerikanische Flüssiggas importieren wollen, was sich für Deutschland aus quantitativen wie logistischen Gründen als keine Option herausgestellt hat. Dass man am liebsten direkt auch über russische Gasquellen etc. die Regie hätte, scheint bei dem bellizistischen Gebelle kein absurder Gedanke mehr zu sein.

So ist das Leben und so funktioniert das System. Es darf nicht vergessen werden, worum es jeweils geht: Im Kampf um die Vorherrschaft in Nahen Osten geht es momentan vor allem um den Zugriff auf die Gasfelder von Katar. Mit Russland geht es um die größten natürlichen Ressourcendepots des Planeten und in Afghanistan geht es um Seltene Erden und die Brücke zwischen dem Iran und Russland. Es geht um alles, was sich unter dem Strich in Dollar- oder Eurozeichen darstellen lässt. Und es geht keinesfalls um Werte.