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Schlicht und bitter

Gegenwärtig werden verschiedene Thesen kommuniziert, die die Radikalisierung von immer größeren Teilen der Bevölkerung erklären sollen. Auf Seiten der Regierung, also derer, die mit einem Mandat der Bevölkerung ihren Geschäften nachgeht, wird sehr oft davon gesprochen, dass im Rahmen der Globalisierung alles sehr komplex geworden und nicht mehr einfach zu durchschauen sei. Da sei es ein leichtes Spiel für Rattenfänger, mit einfachen Antworten die Menschen zu verführen.

Vielleicht sollten sich jene Kreise auch noch eine andere Version vor Augen führen. Eine Version, die sich bei genauem Hinsehen immer wieder als plausibel erweist, weil sie etwas mit dem zu tun hat, was als das allgemeine Wahrheitsempfinden bezeichnet werden könnte. Da würde dann sehr schnell klar, dass es der Rattenfänger gar nicht bedürfte, um Vertrauen zu zerstören und großen Zorn zu produzieren. 

Es ist das Weglassen von Informationen, es ist das Suggerieren von Erklärungen, die nicht zutreffen und es ist das schlichte Verschweigen von Tatsachen. Nicht durch Verschwörungstheoretiker und Produzenten von Fake News, sondern durch die Bundesregierung selbst. Dafür existieren viele Beispiele. Und diejenigen, die fast alle betreffen, entfachen bekanntlich den größten Zorn.

So heißt es laut Regierungsverlautbarung seit Jahr und Tag, sowohl die Verlängerung der Lebensarbeitszeit als auch die Absenkung der dann zu beanspruchenden Rentenbezüge sei auf den demographischen Wandel zurückzuführen. Da fragen sich natürlich viele, warum das in Deutschland so dramatisch gehandhabt wird, während im europäischen Ausland die Bedingungen noch relativ moderat sind. 

Wichtig sind im diesem Kontext auch einige Zahlen: Aus Renten- wie Arbeitslosenversicherungen, deren Leistungen auch mächtig eingeschränkt wurden, sind seit der deutschen Wiedervereinigung bis heute ca. 1,7 Billionen Euro als Transferzahlungen aufgewendet wurden. Die Versicherten wurden nicht befragt. Hinzu kommt, dass gegenwärtig jährlich ca. 650 Milliarden Euro aufgewendet werden um die Pensionen für Beamte zu realisieren. Ihnen stehen Altersbezüge von 75 Prozent zu, in Bezug auf die gesetzlich versicherten wird gerade eine Diskussion geführt, ob man über das Jahr 2025 hinaus 48 Prozent bezahlen könne. 

Das sind Fakten, die sehr deutlich machen, wie mit den Versicherten umgegangen wird und was man von ihnen hält, wenn derartig absurde Erklärungen für eine weitere Verschlechterung der Lebensbedingungen abgegeben werden. Da ist dann nicht mehr viel Vertrauen zu erwarten. Wer dann noch mit dem Finger auf andere zeigt, auf die Radikalen und Rattenfänger, der hat seinen moralischen Tribut verspielt. Es gäbe noch zahlreiche Beispiele nicht nur für den brutalen Umgang mit der Bevölkerung, sondern auch für das brutale Meucheln der Wahrheit. Was den Umgang mit Fakten seitens der Bundesregierung angeht, so sei geraten, sich hin und wieder die Bundespressekonferenz anzusehen, mit welcher Impertinenz die Fakten dort gebogen werden, um den Standpunkt der Bundesregierung zu untermauern.

Der Umgang mit der Wahrheit ist der Rubikon, an dem sich die Geister scheiden. Das Fatale an der gegenwärtigen Situation ist, dass es tatsächlich gesellschaftliche Kräfte gibt, die zielgerichtet und bewusst an der Faktenlage vieler politikrelevanter Erscheinungen ihre ideologischen Fallstricke anbringen. Das Dumme ist nur, dass in sehr vielen Fällen die Bundesregierung dasselbe tut. Das, was diese Situation hervorbringt, ist die Unmöglichkeit, sich zwischen zwei Lügen zu entscheiden. Wer selbst an der Knebelung der Wahrheit beteiligt ist, kann kein Vertrauen reklamieren. Die Erkenntnis ist schlicht und bitter.

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Keinen Cent den faulen Weißen!

Es ist wie eh und je. Aus der Geschichte lernen heißt, sich die Methoden anzuschauen, mit denen man zum Ziel kommt. Der Glaube, das Lernen aus der Geschichte habe etwas mit der Besserung des Menschengeschlechts zu tun, ist ehrbar, aber er geht an der Realität vorbei. Auch die deutsche Gesellschaft hat nicht aus dem Schrecken zweier Weltkriege und dem Terror nach Innen gelernt. Immer noch wirken die Mechanismen, die zu den Katastrophen geführt haben. Falsche Behauptungen, Stimmungsmache und ein Appell an die eigene Überlegenheit reichen anscheinend aus, um den germanischen Mob in Wallung zu bringen. Woran es auch immer liegen mag: Die Ratio ist und bleibt ein Fremdwort.

Da ist die wachsende Bewegung in Ostdeutschland gegen die Überfremdung. Geschürt wird sie durch Vorurteile und Gerüchte, die sich halten können, je weniger das tatsächliche Leben dazu beiträgt, sie zu entkräften. Das ist ein altbekannter Wirkungszusammenhang. Je weiter der Gegenstand der Furcht entfernt ist, desto schrecklicher wird er ausgemalt. Nirgendwo fürchtet man die nordafrikanischen Einwanderer mehr als im Elsass, nirgendwo wirkt Italiens Süden bedrohlicher und barbarischer als im nebeligen Mailand und die größten Überschriften über Gräueltaten erhalten afrikanische Fremdarbeiter, die sich in Andalusien verdingen, im katalanischen Barcelona. Warum, so könnte man fragen, sollen nicht die Sachsen genau die sein, die der Mystifikation aufgrund ihrer geographischen Lage und ihrer thematischen Jungfräulichkeit am stärksten erliegen? Ungeübt in diesem Metier sind sie jedenfalls nicht.

Schlimmer sind jedoch die, die das beschriebene Phänomen ausnutzen und die Ängste schüren vor dem Muselmann. Schon zu Nazizeiten musste dieser auch in Sachsen herhalten, um vor Kaffeekonsum zu warnen. Und heute, da ist es die Karikatur des Muselmanen, der die Gefahr auslöst, dass die Transferleistungen und Subventionen nicht mehr so fließen wie gewohnt. Das politische Elend dieser Tage entpuppt sich als das Ergebnis einer Entwicklung, die so fatal wie sie heute steht noch fataler enden muss. Es ist der schon vor Jahrzehnten vorgenommene Abschied von der Leistung als Maß für Toleranz wie Konsequenz. Irgendwann hörte es auf, Menschen nach ihren Fähigkeiten, Fertigkeiten Leistungen und Verhaltensweisen zu begutachten. Stattdessen galt die Herkunft an sich schon als Verdienst und das stellte alles auf den Kopf. Und diejenigen, die in unser Land gekommen sind, vor zwanzig, dreißig oder vierzig Jahren, die sich eingebracht haben, die geschuftet haben bis zum Umfallen und die es zu etwas gebracht haben, diejenigen erfuhren nie die Würdigung, die sie sich verdient hatten, weil Leistung mittlerweile zu einem Verdachtsmoment degeneriert war.

Und so ist es eigentlich kein Wunder, dass es schlimmen Spekulanten irgendwann einfiel, man könne den Spieß doch auch tatsächlich einmal umdrehen und ganz frei von Leistung das Renommee auch einfach einmal für sich reklamieren. Die Revenue aus den Depots fremder Leistung gewöhnt, lebt sich auf jeden Fall schon einmal ganz ungeniert. Und so glaubt man zu kaschieren, was da politisch an Ungeheuerlichkeit in dieser Republik gerade in den letzten 25 Jahren noch weiter kultiviert wurde. Es ging immer weiter weg vom Recht und hin zum Blut und es entfernte sich immer weiter von der Leistung hin zur Rasse. Drehen wir den Spieß doch einfach einmal wieder um: Kein Transfercent den faulen Weißen! Abschiebung aller Transferempfänger, deren Leib und Leben in der Fremde nicht in Gefahr ist! Wie viele gingen für diese Forderungen wohl auf die Straße?